Novemberrevolution und Räterepublik 1918/19 in Augsburg, München und Bayern

Tagebuch: 10. November 1918

Nach dem Sturz der Monarchie und der Bildung eines Augsburger Arbeiter- und Soldatenrats strömen seit dem Vormittag Tausende Augsburger auf den Kleinen Exerzierplatz am Rande der Innenstadt.

Um 3 Uhr nachmittags schildern Redner des Rats die gegenwärtige Lage. Die “Ruhe und Besonnenheit der Augsburger” haben in der Stadt zu einem friedfertigen Übergang in die neue Republik geführt, anders als in einigen anderen Städten.
Die Kriegsschuldigen werden unter Beifall der Menge angeprangert und ihre Verurteilung vor einem Volksgericht gefordert. “Geschlossen und einig im Interesse der Gesamtheit marschieren wir, das allein sichert uns eine soziale Republik von dauerndem Bestand” heißt es unter erneutem Beifall.

Auf der Versammlung wird auch eine Entschließung verlesen und als Flugblatt verteilt. In dieser heißt es unter anderem, “die Arbeiter, Soldaten und Bürger Augsburgs erwarten, daß die neue Volksregierung alsbald den Frieden schließen wird.”

Auf dem Kleinen Exerzierplatz findet heute im Frühjahr und Herbst der Plärrer, das Augsburger Volksfest, statt.

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Thema von Anders Norén