Novemberrevolution und Räterepublik 1918/19 in Augsburg, München und Bayern

Bayerisches

Die Rote Fahne, 3. Dezember 1918

Die Rote Fahne, 3. Dezember 1918

Die Rote Fahne (Berlin), 3. Dezember 1918, S. 3

Seit über Eisners Haupt sich die Wolken bourgeoisen und regierungssozialistischen Zornes zusammengezogen hatten, seit er in jeder Nummer des „Vorwärts“ halb mit Spott und halb mit Zorn erledigt wird, mußte man glauben, er sei in München das geworden, was man einen toten Mann nennt. So ganz „bodenlos“ scheint aber Eisners Stellung nicht zu sein. Denn folgende Resolutionen werden aus München gemeldet:

Die Versammlung des Landessoldatenrates, bestehend aus Vertretern der drei bayerischen Armeekorps, stellt sich einmütig auf den Boden der von der revolutionären provisorischen Regierung verfolgten Politik. Insbesondere billigt sie voll und ganz gleich dem Ministerrat die auswärtige Politik des Ministerpräsidenten Eisner. Entschiedener Protest erhebt die Versammlung gegen die Treibereien des Auswärtigen Amtes in Berlin, die geeignet sind, Deutschland noch tiefer in den Abgrund zu stürzen. Die Versammlung beansprucht entschieden volle Gleichberechtigung und weitgehenden Einfluß Bayern wie aller anderen Glieder des Reiches auf die Gesamtpolitik und fordert die sofortige Entfernung der noch in der Reichsregierung dominierenden konterrevolutionären Elemente.

Und weiter:

Die am 28. November im Kolosseum tagende [unleserlich] außerordentliche Generalversammlung der U.S.P.D. von München I und II bringt ihre Entrüstung darüber zum Ausdruck, daß die Herren Wolf, Erzberger, Scheidemann und David immer noch in entscheidenden Stellungen in der Berliner Regierung sitzen. Sie erblickt in diesen vier Herren ein schweren Friedenshindernis und fordert ihren sofortigen Rücktritt.

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

© 2018 Augsburg auf den Barrikaden

Thema von Anders Norén